Die Geschichte des TuS Alemannia Rösenbeck

 
Wie alles begann: Die Zeit nach dem 1. Weltkrieg
Der 1. Weltkrieg war zu Ende. Auch in dem kleinen Dorf Rösenbeck begann man, das Leben neu zu ordnen. Die Idee zur Gründung eines Turnvereins, die bereits im Jahre 1914 einige Rösenbecker beschäftigte, jedoch durch den 1. Weltkrieg wieder vergessen wurde, lebte erneut auf. Die Dokumente aus dem Stadtarchiv in Brilon weisen auf das Jahr 1918 als Gründungsjahr hin. Ein Jahr später hatte der Verein bereits 49 Mitglieder und 11 Zöglinge. Der Onkel von Schmitten Karl (Bernhard Becker) war der 1. Vorturner in Rösenbeck. In dieser Zeit wurde in Rösenbeck nur geturnt, Fußballspielen war nicht erwünscht.
 
1930 bis 1937: Die ersten Spiele wurden ausgetragen
Erst 1930 bis 1937 spielte man gegen Mannschaften der benachbarten Dörfer. Es waren jedoch keine Meisterschaftsspiele, wie man sie heute kennt. Mündliche Vereinbarungen wurden auf irgendwelchen Festen getroffen, das Datum festgelegt, am Tage x die Mannschaft zusammengetrommelt und zu Fuß ging es zum Spielort. 1937 spielte man dann auf einem Platz bei der „Fettküche“ Dierkes gegen „Rot“. In diesem Spiel ist soviel Blut geflossen, dass der Spielbetrieb bis 1939 nicht mehr aufgenommen wurde.
 
Nach dem 2. Weltkrieg: Schützenfest unter der Regie des Sportvereins
Wie ging es im Jahr 1946 weiter? Die Besatzungsmächte hatten jegliche Feierlichkeiten der Schützenvereine und Bruderschaften untersagt. Die Sportvereine durften öffentliche Veranstaltungen durchführen. Auf das traditionelle Schützenfest wollte man in Rösenbeck aber nicht verzichten.

So wurde unter der Regie des Sportvereins ein Sport-/Schützenfest veranstaltet. Um 10.00 Uhr, so war geplant, sollte der Vogel bei Webers Herbert aus dem Haus geholt und aufgesetzt werden. Für 13.00 Uhr waren die „Pokalspiele“ auf der Trift angesetzt. Die Hoppecker Musik, verstärkt durch Musiker aus Messinghausen, hatte als Festkapelle zugesagt.
Die ganze Sache hatte nur einen Haken: Der Vogel war zuvor beim Sängerfest in Messinghausen geklaut worden. Als die Messinghäuser Musik nun ihren Vogel sahen, wie er bei Webers aus dem Haus geholt wurde, wollten sie aufhören zu spielen. Nur gutes Zureden half nicht weiter. Erst einige zusätzliche Runden konnten das Fest retten. Die Geschichte weiß weiter zu erzählen, dass Hor Heini Oberst war, und der Vogel von Josef Gerbracht abgeworfen wurde. Als Königin regierte seine spätere Frau Else Busch.

1946 bis 1950: Mit dem Fahrrad ging's zu den Auswärtsspielen
Seit 1946 wurde am jetzigen Platz schon Holz gefällt und ausgeschachtet um einen Sportplatz zu bauen, diese Arbeiten wurden aber immer wieder unterbrochen. Von 1946 bis 1950 wurde dann wieder in unregelmäßigen Abständen Fußball gespielt. Zu Auswärtsspielen benutzte man das Fahrrad. Aber nicht jeder hatte nach dem Krieg ein Fahrrad, so dass auf dem Lenker oder der Stange noch ein Spieler mitgenommen wurde. Wenn eben möglich wurde der Lastwagen von Andree oder Hennecken „geleast“. Bedingungen waren ein paar Körbe trockenes Holz, und mit einem Lied auf den Lippen und Selbstgebrannten im Gepäck ging’s los. Im Jahre 1950 ging dem Fußballbetrieb erneut die Luft aus. Es fehlte ein geeigneter Platz, finanzielle Unterstützung gab es nicht und eine 22:0 Niederlage in Hoppecke besiegelten das Ende des Fußballspielens.

1950 bis 1955: Die ersten Turnfeste
Umso tatkräftiger baute der damalige 1. Vorsitzende Josef Schröder (Flock) das Geräte- und Bodenturnen auf. In der Schützenhalle wurden Turnfeste veranstaltet. Außerdem nahm man an den Landeswettkämpfen in Bruchhausen an den Steinen und Warstein teil. Urkunden aus dieser Zeit belegen noch heute den hohen sportlichen Wert dieser Turnfeste. Wollte am sich auf den Turnfesten mit einer attraktiven auswärtigen Mannschaft z.B. Brilon messen, so mussten sie mit dem Trecker geholt und beköstigt werden.
Die Aufbauphase nach dem 2. Weltkrieg forderte auch vom Sportverein entsprechende Einschränkungen. Alle Anträge auf eine finanzielle Förderung wurden zunächst vom Gemeinderat abgelehnt mit der Begründung: Geht arbeiten, dann braucht ihr kein Sport zu treiben. Erst 1954 bis 1955 erhielt der Sportverein seinen ersten Zuschuss in Höhe von 150 DM.

1955: Mit vereinten Kräften zu einem neuen Sportplatz
Im Jahr 1955 wurde mit Lore, Hacke und Schüppe sieben Wochen am Sportplatz mit Hand ausgeschachtet, wurde aber wegen des vielen Schiefers wieder abgebrochen. In diesem Jahr wurde auch mit Schildern und Transparenten beim Ortsvorsteher August Jansen eine Demonstration für einen Sportplatz abgehalten.
Zu dieser Zeit wurden in der Rösenbecker Schützenhalle auch Theatervorstellungen gegeben. Ob die folgende Begebenheit nur als Pausenfüller gedacht war ist nicht mehr bekannt. Jedenfalls ging Horemes Jupp in der Pause des Theaterstücks „So lang noch lebt mein Mütterlein“ derart sportlich mit dem wurmstichigen Barren um, dass er die Holme zerlegte und unsanft auf dem allerwertesten landete. Für Beifall war gesorgt.

1958: Erneuter Fußbalbetrieb
Mit dem erneuten Fußballbetrieb im Jahre 1958 ging die Ära der Turner zu Ende. Josef Schröder (Flock) und Lehrer Hubert Schreckenberg überlegten, wir die Jugendlichen zu sportlichen Aktivitäten angehalten werden könnten. Da aber Hubert Schreckenberg weder Ahnung vom Turnen noch Lust zum Turnen hatte, wurden die Weichen wieder Richtung Fußball gestellt. Zwei Abteilungen in so einem kleinen Verein waren einfach nicht haltbar. Hinzu kam, dass für die Kinder keine geheizten Räumen und entsprechenden Geräte vorhanden waren, die man hätte nutzen können. Die ersten Freundschaftsspiele wurden gegen Hoppecke, Nehden und Messinghausen ausgetragen. Sie gingen alle verloren.

Mit dem Start in die 3. Kreisklasse im Jahre 1958/59 wurde der Spielbetrieb auf dem Sportplatz Altenfils aufgenommen. Auf der Trift wurde ein Jahr Fußball gespielt, als der Sportplatz am Altenfils verlängert wurde. Mit Fahrzeugen und Geräten der Firma Mühlenbein wurde dem festen Schiefer zu Leibe gerückt. Pikees Franz als Sprengmeister sorgte für handfeste Arbeit. Vom „Kalkofen“ wurde der von der Firma Mühlenbein gestiftete Mutterboden mit Treckern geholt und auf den Sportplatz gebracht. Durch ein großes Gewitterschauer wurde jedoch der von Johann Ovenhausen mit Hand eingesäte Rasen in Richtung Bredelar abgeschwemmt. Im Juli 1968 fand die Einweihung des Sportplatzes durch Vikar Schneider statt.

1970er Jahre: Frauenfußball in Rösenbeck
Bis 1965 wurde zu den Sportfesten in einem Festzug mit Musik, nach der Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal, marschiert. Da die Kosten für diesen Festzug aber auf mittlerweile 750,00 DM angestiegen waren, wurde dieses eingestellt. Da in den 70er Jahren auch der Damenfussball stark gefördert wurde, entschloss man sich im TuS Alemannia Rösenbeck eine eigene Mannschaft zum Spielbetrieb anzumelden. Dieses geschah offiziell zum 01. April 1971 durch den Geschäftsführer und auch damaligen Trainer Theo Schluer.
Die Mannschaft spielte dann regelmäßig im Altkreis Brilon gegen dortige Mannschaften bis zum Jahr 1976. Leider spielte dann nur noch die Rösenbecker Mannschaft im Altkreis Brilon und wurde vom Verband aus einer anderen Liga zugeteilt. Um dann aber die weiten Fahrten bis zum Ruhrgebiet zu vermeiden, hat der Verein sich entschlossen auch diese Mannschaft im Jahre 1977 vom Spielbetrieb zurückzuziehen.

1970: Ein neues Sportheim musste her
Im Jahr 1970 reiften die Pläne für den Bau eines Sportheims. Zur Finanzierung des Baus machte der Vorsitzende Hubert Schreckenberg auf einer Versammlung den Vorschlag, dass jedes erwachsene Mitglied einen Sack Zement mitbringen oder 3,50 DM in die Vereinskasse zahlen musste. Über diesen Vorschlag entstand eine laute Diskussion und große Uneinigkeit. Aber die „vereinseigenen“ Maurer „Schüsterken“ und „Kleffmann“ haben in Verbindung mit anderen tatkräftigen Mitgliedern den Rohbau hochgezogen. Das Holz zum Richten aber nicht den Eternit hat der Gemeinderat bewilligt. Dazu war ein Fuder Holz aus dem Gemeindewald genehmigt worden. Eingemeindungsgedanken wurden damals schon laut gedacht.
Bevor alles nach Brilon geht, sagte sich der Vorstand, müssen wir noch an das Sportheim denken. Es wurde soviel Holz gefällt, dass das Dach und auch noch die Fenster bezahlt werden konnten. Am folgenden Montag erschien der Bürgermeister August Jansen wütend in der Schule. Es kam zu einer lautstarken Auseinandersetzung zwischen ihm und Hubert Schreckenberg. Als der gesamte Rösenbecker Wald einige Jahre später bei der Eingemeindung nach Brilon ging, hatte das Sportheim Dach und Fenster und alles war bezahlt.

1982: Ausbau der Gymnastikgruppen
Der TuS Alemannia Rösenbeck war bis zum Jahre 1982 ein reiner Fußballverein mit Jugend- und Seniorenmannschaften. Für Frauen und Kinder bzw. Familien gab es im Verein keine Angebote. Allerdings arbeitete die Volkshochschule schon seit einiger Zeit erfolgreich in zwei Gymnastikgruppen mit Damen. Der Andrang zu diesen Gruppen war so groß, dass man sich entschloss ebenfalls eine Gymnastikgruppe als Angebot des Vereins auf die Beine zustellen. Unter der Leitung von Annemarie Kappe konnte bald die erste Frauen-Gymnastik-Gruppe im Verein bestehen. Bald darauf kam der Wunsch nach weiteren Gruppen auf, also entschloss sich der Verein, um diese Gruppen nicht an andere Institutionen zu verlieren eine Breitensportabteilung zu eröffnen.
Der Vereinsvorstand sah mit der Ausbildung von qualifizierten Übungsleitern die Chance, das Angebot im F+B Bereich zu erweitern und neben dem Fußball ein zweites Standbein zu schaffen. Nach erfolgreichem Abschluss der Übungsleiter gab es ab Februar 1987 mehrere Kinderturn-, Mädchen- und Frauengymnastikgruppen. Dies war doch nicht alles, die Angebote fanden weiterhin ein positives Echo und es kam die Frage nach weiteren Gruppen auf. Also versuchte der Verein auch weiterhin Interessenten für Übungsleiterlehrgänge zu finden. Der Freizeit- und Breitensport wurde ein wichtiges Standbein für den TuS Alemannia Rösenbeck.

1987-1992: Große Erfolge für die Freizeitmannschaft
Im Frühjahr 1987 trafen sich in der Woche einige Leute auf dem Sportplatz, um sich ein wenig mit dem runden Leder zu beschäftigen, ohne dass dies in hartes Training ausarten sollte. Die Resonanz nach einigen Wochen war so hoch, das Anton Kappe damals aus dem „bunten Haufen“ eine Freizeitmannschaft formte. Die Mannschaft nahm damals an Pokalturnieren und Freundschaftsspielen teil, wobei insbesondere die „dritte Halbzeit“, d.h. das gemütliche Beisammensein untereinander sehr gepflegt wurde. Seit 1987 nahmen die Kicker regelmäßig an der Kreismeisterschaft für Freizeitmannschaften teil, die auch 1988, 1990, 1991 und 1992 gewonnen wurde. 1988 und 1991 schaffte die Mannschaft sogar über eine Zwischenrunde in die Endrunde um die Westfalenmeisterschaft für Hobbykicker vorzudringen. Leider ist diese Freizeitmannschaft um die Hobbykicker nach und nach eingeschlafen.

1993: Die Gründung der SG Rösenbeck/Nehden
Im Februar 1993 traf man sich zu einem Gespräch über die Absicht der Zusammenlegung der ersten Mannschaft aus Rösenbeck und Nehden, um einen eigenen Verein zu gründen. 1994 wurde die SG Rösenbeck/Nehden 1994 e.V. gegründet, da auf lange Sicht der TuS Alemannia Rösenbeck eine eigene Seniorenmannschaft nicht hätte stellen können.

2014: Die Fusion der SG Rösenbeck/Nehden und des SV Thülen
Seit der Saison 2014/2015 haben sich die SG Rösenbeck/Nehden und der SV Thülen zu der neuen Spielgemeinschaft SG Thülen/Rösenbeck/Nehden zusammen geschlossen. Durch diese Fusion tritt die neue SG in der ersten Spielzeit mit der 1. und 2. Herrenmannschaft in der HSK-Kreisliga B Ost sowie mit der 3. Herrenmannschaft in der HSK-Kreisliga C Ost an. Ausgegebenes Ziel der 1. Mannschaft ist nach dem Abstieg des SV Thülen aus der Kreisliga A in der vergangenen Saison der direkte Wiederaufstieg. Der Vorstand der neuen SG Thülen/Rösenbeck/Nehden setzt sich aus je zwei Vertretern der drei Stammvereine zusammen: Das Präsidium bilden Christoph Höing, Michael Becker sowie Thomas Schneider. Kassierer ist Jonas Dietz, erster Geschäftsführer ist Hendrik Decker, zweiter Geschäftsführer Andre Leikop.

   
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